Unsere OYSTr-Redakteurin Isabel berichtet von ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr in Bulgarien, vom alltäglichen Leben und den Ereignissen auf ihren Reisen durch den Balkan.

Die Koffer sind schon gepackt, aber euer Sommerurlaub ist noch nicht gebucht? Dann wird’s jetzt aber höchste Zeit!
Hier im Paradies – den Namen des Ortes werdet ihr noch früh genug erfahren – warten nicht nur kostengünstige Festlichkeiten bis die Sonne aufgeht auf euch, sondern auch die einmalige Möglichkeit bei einem interkulturellen Zusammentreffen mit gleichgesinnten Urlaubern aus ganz Europa und einem kühlen Bier die Sommersaison einzuläuten.

Wer hat den knappsten Bikini oder den kürzesten Rock? Welcher Kerl kann mit den größten Muskeln prahlen oder hat am meisten Geld für die Sonnenbank rausgeschmissen?
Von Anfang Mai bis Ende Oktober kann man hier so einiges miterleben. Für die meisten Touristen gibt es hier im Sommer aber nur ein Ziel: Sonne, Strand und ganz viel Feiern. Schwer wird hierbei nur, das Gleichgewicht zu halten. Aber das ist in dieser Zeit auch nebensächlich, schließlich will man die Ersparnisse mal so richtig auf den Kopf hauen und das junge Leben genießen.

Damit auch der stählerne Körper in dieser exzessiven Zeit nicht zu kurz kommt, bietet der Strand diverse Contests, Wasserski und Beachvolleyball – weitere sportliche Aktivitäten werden nicht ausgeschlossen. Und hat man nach einem anstrengenden Tag am Strand doch mal Lust zu entspannen, dann bietet die bunte Strandmeile ein reichliches Angebot an Clubs, Strandbars und Discos, in denen man zu orientalischen Klängen aus dem Balkan richtig abfeiern kann.

Sunny Beach – der Sonnenstrand. Das Schwarze Meer in Bulgarien. Und wenn einem das jetzt immer noch nichts sagt, dann denkt einfach an Mallorcas Ballermann – nur besser! Das Erlebnis in Osteuropa direkt nach Lloret de Mar und Ibiza – wenn es nicht gar schon populärer unter den 16 bis 28-Jährigen ist als die Trinkbrigade Spaniens.

Die pulsierende Uferpromenade erstreckt sich über 8 Kilometer und zählt mit seinen jährlichen 200.000 Besuchern zum zweitgrößten Sommerparadies im Lande. Gegen den Spaß am Strand ist eigentlich auch nichts einzuwenden, aber was weiß man sonst noch von Bulgarien? Bei dieser Frage wird jeder Tourist am Sonnenstrand wohl erst einmal einen tiefen Blick in sein Bierglas werfen, denn bekannt von dem  in der EU vertretenden Land ist eigentlich recht wenig. Schade eigentlich – oder Kolko schalko (auf kyrillisch: Колко жалко!), wie man hierzulande sagt!

Die Lösung für dieses Problem ist schnell gefunden: Man kauft sich am nächsten Bahnhof für schlappe 5 Leva (2,50 Euro) ein Busticket zur nächst schönen Ecke an der Schwarzmeerküste oder ins Landesinnere und entdeckt ein komplett anderes Europa. Klar – die kommunistischen Plattenbauten sind nicht gerade optisch ein Augenschein, aber ein leckeres Eis Anfang Mai mit Blick aufs Meer – gibt es so was schon in Deutschland? Wohl kaum. Also lasst euch nicht abschrecken vom Osten Europas und erkundet wenigstens an einen Tag in eurer harten Urlaubswoche die Umgebung außerhalb des Sonnenstrands. Schön kann es nämlich überall sein – man muss nur ein bisschen suchen, dann findet man auch.