Ministerpräsident Kretschmann sendete ein Grußwort, ebenso die Vizepräsidentin des Landtags Brigitte Lösch, die gerne gekommen wäre, wenn sie nicht eine Delegation zum CSD nach Warschau begleitet hätte. Die Landtagsabgeordnete Muchterem Aras und Rainer Mayerhoffer, Geschäftsführer des Stadtjugendrings beglückwünschten die Ihs am 15. Juni vor Ort in ihren Grußworten zu deren Mut und  Zähigkeit, 40 Jahre lang die Gesellschaft mit mit dem Thema „schwul sein“  zu konfrontieren. In vielen Diskussionen und auch mit Rückschlägen wurde die ihs dafür gewürdigt den Fragen nicht aus dem Weg zu gehen und beharrlich daran gearbeitet zu haben, ihren Platz in der Gesellschaft zu behaupten. Es erfordert aber weiter noch viel Engagement das Thema Homosexualität auch in den Migrantenmilieus zu bearbeiten, so Aras.

Foto

Gerade die ihs sei eine wichtige Anlaufstelle für die Jugendlichen, die  eine andere sexuelle Identität entwickeln oder bei sich vermuten, wurde von den Gratulantinnen und Gratulanten in den Grußworten hervorgehoben. Gerne wäre auch Rosa von Praunheim, einer der Initiatoren der ihs vor 40 Jahren,  zum Jubiläum gekommen, wenn ihn nicht die Filmarbeit gerade so in Beschlag nehmen würde. Mit einem Gedicht hat er an das Jubiläum aus dem fernen Berlin gedacht. Dass der neue Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn, wegen Terminüberschneidungen nicht zum Jubiläum kommen konnte sei verständlich, so der ihs-Vorstand, warum aber keine Rückmeldung wegen eines Grußwortes kam, wurde mit Verwunderung aufgenommen. Umso erfeulicher wurden die Stadträte Dr. Maria Hackl von der SPD und der Stadtrat der Grünen Andreas Winter begrüßt.
Bereits seit 19 Jahren wird die ihs für ihre aktive Jugendarbeit vom Jugendamt gefördert. Sie gibt den Jugendlichen Raum, sie selbst sein zu dürfen, sich vielleicht auch neu zu entdecken und das weitgehend selbstbestimmt. Obwohl Jugendarbeit in der ihs seit Jahrzehnten groß geschrieben wird, gab es leider auch vom Stuttgarter Jugendamtsleiter Bruno Pfeifle nicht einmal eine Rückmeldung auf die Einladung zum Jubiläum.

Eine Zeitreise durch die Stuttgarter Schwulenszene mit einem Aktivist und  Protagonisten der ersten Stunde  veranschaulichte sehr deutlich, wie die Gesellschaft in der Anfangszeit der Selbstorganisation der Schwulen und Lesben in den 70er Jahren u.a. bei der Initiative um das Cafe Jenseits und der Aidshilfle im Stuttgarter Westen reagierte.
Heute ist die Diskussion schon ein ganzes Stück weiter, aber noch lange nicht am Ende.

Foto3