Wenn knapp 300 Stuttgarter SchülerInnen an einem Vormittag im Sommer quer durch Stuttgart ziehen und dabei diverse soziale Einrichtungen entdecken, findet das alljährliche Stadtspiel statt. „Stuttgart hat viel zu bieten, wir möchten euch einen Teil des Angebots heute gerne vorstellen!“, so Gabi Kircher von der Jugendhausgesellschaft, die das Stadtspiel gemeinsam mit Joachim Stein vom Stadtjugendring Stuttgart organisiert. Beim Stadtspiel wurden alle 8.Klassen der Stuttgarter Gymnasien, Real-, und Hauptschulen eingeladen, am Vormittag des 17.Juli 2013 zwölf unterschiedliche Einrichtungen kennenzulernen.

So hatten diesmal 274 Schüler aus 6 Stuttgarter Schulen die Möglichkeit, von Beratungsstellen wie profamilia oder Jungen im Blick, Sportangebote von GoldBlau und der Sportkreisjugend, über Ausbildungshilfen bei JobConnections bis hin zu Beteiligungsformen im Jugendrat, sich einen Überblick über deren Arbeit zu verschaffen.

SuperheldenfabrikDie beeindruckende Kulisse vom vollen Sitzungssaal mit knapp 300 jungen Leuten gefiel vor allem den Macher des Stadtspiels. Denn das Rathaus markiert den Start für die jeweiligen Gruppen. Und um die Angebote auch geschlechtsspezifisch kennenzulernen, gab es Mädchen- und Jungengruppen, die sich meist zu zehnt durch Stuttgart zu drei Einrichtungen bewegten. Mithilfe einer Aktion wie die Superheldenfabrik bei Jungen im Blick kommen sie in Berührung mit der Arbeit der jeweiligen Einrichtung. Dort brillierten die Gruppen vor allem mit Fachwissen über die Comichelden – Mitarbeiter Thomas Knichal knüpfte dabei ans Thema Männlichkeit an und stellte seine Arbeit vor, die sich über Themen wie Gewaltprävention, Gesundheitsförderung und Sexualerziehung erstreckt und in Beratungen Jungen unterstützt.

SaftladenIm Außenbereich des Jugendhaus West zeigte Wolfgang Caesar von JunGs (Jungengesundheitsprojekt) eindrucksvoll, wie gefährlich die Auswirkungen von Alkoholkonsum sein kann. Nach einem Wissensquiz lud er die Gruppen zu einem alkoholfreien Cocktail ein, den sich jeder individuell zusammenstellen konnte. Die Freude über die Erkenntnis, dass man auch ohne Alkohol Spaß an der Mixerei, Deko und Ausführung der Getränke hat, war in der Motivation des Treibens klar zu erkennen. Sowieso waren alle Gruppen stets intensiv dabei und berichteten an den einzelnen Stationen von ihren Erfahrungen. Somit fanden sie sich spielend leicht in die Strukturen der Einrichtungen ein. Fast wie eine Schulstunde, bloß, dass sie in einer gelösten Atmosphäre bereits vor Ort sind und mit den Kontaktpersonen Bekanntschaft machen können.

Das so ein umfangreicher Mix aus verschiedenen Themen verbunden mit den Anfahrtswegen äußerst zeitintensiv ist, hatte zur Folge, dass von zwölf Einrichtungen eben nur drei von der Gruppe besucht werden konnten. Doch damit jeder auch über die anderen Organisationen informiert ist, gab es an der letzten Station für jeden das Programmheft, in dem alle Einrichtungen mit ihrem Angebot aufgeführt sind.