“Ohne Geschichte keine Zukunft”- Interviews mit Stuttgarter Zeitzeugen des Nationalsozialismus

Bereits am 11. Juli wurde bei uns das Projekt “Frage-Zeichen!?” vorgestellt.

Um persönliche Erfahrungen der zwei interessanten Damen Alice Igaz und Marlice Heck festzuhalten, die beide zu der Zeit des Nationalsozialismus in Stuttgart lebten, wurden sie von Jugendlichen interviewt. In den daraus entstandenen Kurzfilmen teilen sie ihre privaten Lebensgeschichten mit den Jugendlichen.  Die Filme wurden nach reichlicher Vorarbeit am 25. Juli im Infoladen am Zeichen der Erinnerung zum ersten Mal vorgeführt. Das Projekt begann im September 2012 und wie die Jugendlichen der anderen Zeitzeugeninterviews haben auch Fabian Brüssow, Eleni Konstantinou, Marianna Lanaridis und Sarah Haide reichlich Vorarbeit für  die Interviews geleistet. Erst nachdem sie durch Workshops und eine Interviewschulung vorbereitet wurden, die  Biografien gelesen und bearbeitet hatten begannen die Aufnahmen. Dabei wurden sie Tatkräftig von den Vertrauenspersonen Irma Glaub und Catherine Lohmann unterstützt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Die nach der Filmvorführung folgende Podiumsdiskussion zeigte, dass die Jugendlichen sehr von den Zeitzeugen und ihren Erinnerungen sowie ihrer Art bewegt waren. Leider konnte keine der beiden Zeitzeuginnen bei dieser Prämiere anwesend sein, um die Kurzfilme selbst zu bewerten. Doch die Jugendlichen zeigten große Begeisterung daran wie in so kurzer Zeit, ihre Arbeit von ein bis zwei Drehtagen schlüssig zusammengefasst werden konnte. Auch Situationen während des Drehs wurden angesprochen, Schwierigkeiten aufgezeigt und die herzliche Atmosphäre betont, die während der gesamten Drehzeit vorherrschte. Es sei besonders großartig, wie sich die schon bekannte Biographie der Zeitzeugen durch ihre Erzählungen mit Leben fülle, sagte Fabian.

Alle Anwesenden waren von der Offenheit und Lebendigkeit der Interviews beeindruckt. Es wurde betont wie wichtig es sei die Fakten der damaligen Zeit mit persönlichen Geschichten zu füllen um sie realer zu machen. Denn die Kurzfilme sollen in Zusammenarbeit, des Stadtjugendrings Stuttgart  mit der Stolperstein-Initiative als Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt werden. Alexander Schell vom Stadtjugendring Stuttgart klärte auf, dass das gesamte Rohmaterial, dass alle Aufnahmen umfasst, aufbewahrt wird um bei Bedarf darauf zurückgreifen zu können.

Durch die Diskussion wurde klar, dass viele Möglichkeiten und Ideen bestehen, wie das Material genutzt werden könnte. Zuerst wird aber im Oktober der Langfilm des Projekts erscheinen, in dem alle Kurzfilme in einem Film zusammengefasst werden. Dieser wird dann auch als DVD erhältlich sein.