Das „Jugendwort des Jahres“ ist “Babo”, dies wurde heute durch Jugendwort.de, einer Initiative vom Wörterbuchverlag Langenscheidt, bekanntgegeben. OYSTR-Redakteurin Yeliz hat dies bereits hier erfasst. Nun wollten wir uns erkundigen, wie das Wort zustande kam und welchen Hintergrund das im Bezug auf die Sprache von Jugendlichen hat. “Babo” machte im Wettstreit neben “gediegen” oder “fame” das Rennen, in den Vorjahren wurde “Yolo” und “Swag”gekürt. In einem Voting setzte sich “Babo”, das für Boss oder Chef steht, neben Worten wie “gediegen” oder “fame” durch. Doch bedeutet das Jugendwort auch, dass es Jugendliche unentwegt verwenden?

SAM_4211Seit  Jahresmitte wurden Jugendliche dazu aufgerufen, Vorschläge zu machen. Die 30 Besten wurden zur Abstimmung freigegeben, deren herausstechendsten Ergebnisse kommen zu einer Jury, die die Top 5 bestimmt. Berücksichtigt wird dabei die sprachliche Kreativität, der Verbreitungsgrad und die Wortkultur, die beim Jugendwort-Initiativgründer Langenscheidt im Vordergrund steht.

Langenscheidt ist durch seine gelben Wörterbücher in sämtlichen Formationen bei Schülern wie Eltern bekannt, seit 2008 sind auch Jugendwörterbücher erhältlich, die einem obskur anmutende Begrifflichkeiten erklären. Dort finden sich Floskeln wie einzelne Worte, Worte wie “Babo” oder “Swag”, die beide aus dem musikalischen Kontext kommen. Nachdem “Babo” aus dem Song Chabos wissen wer der Babo ist vom Offenbacher Rapper Haftbefehl stammt, fand “Swag”, das Jugendwort 2011, vor allem durch den österreichischen “Spaß”-Rapper Moneyboy Verbreitung, die er mit seiner bewusst dilletantisch-belustigende Parodieversion Dreh den Swag auf, einem deutschsprachigen Cover von Turn My Swag On (2008) von Soulja Boy, erreichte. Musik bewegt Erwachsene wie Jugendliche in breitgefächerter Weise – Dreh den Swag auf wurde schon 18 Millionen Mal geklickt, Moneyboy lebt seit einigen Jahren von diesem Job.

Medial tauchen Begriffe wie Babo, Yolo und Swag ohne Frage durchweg auf, aber ob Jugendliche diese Worte wirklich ständig in ihren Sprachgebrauch verwenden, ist fraglich. Spiegel Online hat dies gleich auf dem Schulhof erfragt und widerlegt: Die meisten befragten Jugendlichen kennen die Worte zwar , benutzen sie im Dialog aber kaum. Vielmehr stehen die Worte für kurzweilige Modeerscheinungen, einem Spaß, an dem jeder gerne teilhaben möchte und sich vielleicht wie Szene-Trends ab und an hervorheben oder sogar identifizieren möchte, bis der nächste Begriff die Runde macht. Man sollte dies vielmehr als einen viralen Jugendwitz sehen, als diese Begriffe teilweise schon als Teil einer Generation oder Jugend zu titulieren. Dies wäre eine ungerechte Verunglimpfung.