Hier riecht es nach Tsatsiki, bretonischem Fisch, Filderkraut und tausend anderen Delikatessen aus aller Welt. Vor allem die vielen aus aller Welt kommenden Händler prägen das heutige Flair der Markthalle als einem multikulturellen Gourmet-Tempel.


Die Markthalle im Jahre 2014


Heute ist die Stadtverwaltung stolz auf die Markthalle denn 1973 wollte sie diese partout abreißen: Ihr Erhalt sei „soziale Romantik“, ein 0815-Kaufhaus war im Gespräch. Vehemente Proteste von Händlern, Denkmalschützern, Kunden und Medien verhinderten den Abbruch: „Es war einer der letzten Häuserkämpfe, der der Denkmalschutz in Stuttgart  gewonnen hat“, urteilte damals Feuilleton-Redakteur Karlheinz Fuchs.

Gebaut und abgerissen wurde auf dem Markthallenareal in den letzten vierhundert Jahren einiges:
1599 – 1609 entstand hier der „neue Bau“, die Rüstkammer der württembergischen Herzöge.
1737 brannte das Waffenarsenal aus.
1864 ließ König Wilhelm I. gnädigst die „neue Markthalle“ bauen. Nachdem er sich persönlich die luxuriösen Wilhelma-Anlagen (1862 – 1864) im maurischen Stil gegönnt hatte, wollte er großzügig „die Frauen und Töchter unserer Weingärtner“ nicht im Regen stehen lassen. Sie sollten „geschützt vor den Unbillen der Witterung ihre Produkte feilbieten können.“

Die Frauen trugen auf dem Kopf einen Korb (Zoina) und am Arm (Krätta)

Die Frauen trugen auf dem Kopf einen Korb (Zoina) und am Arm (Krätta)


Die Markthalle wurde nach den Plänen des Architekten Prof. Martin Elsässer gebaut und im Januar 1914 eingeweiht.

Bei ihrer Eröffnung galt sie aus zweierlei Gründen als modernste in Deutschland:
Erstens gab es eine solche „Nachrungsmittelbörse“, eine Mischung aus Markthalle mit 37 Ständen sind nirgends.
Zweitens war die Markthalle als frühe Stahlbeton-Hallenkonstruktion technisch eine Sensation:
Als ästhetisches und statisches Element spannen sich Stahlbetonträger über die 25 Meter breite Glasdachhalle.


Die Stuttgarter Markthalle ist ein Betriebsteil der Märkte Stuttgart GmbH

 

Die alte Markthalle