Bei der Landespressekonferenz zur Bündnisvorstellung „Wählen ab 16“  begrüßte Edda Markeli und stellte Karl-Ulrich Templ, von der Landeszentrale für politische Bildung; Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung; Kerstin Sommer vom Landesjugendring und die beiden Jugendlichen Sophia Drayer und Benny Schwendenmann, die beide am 25. Mai das erste Mal kommunal wählen dürfen, vor.

Herr Templ, von der Landeszentrale für politische Bildung erklärt die Wichtigkeit der verschiedenen Kampagnen die die Landeszentrale für politische Bildung und der Landesjugendring gefördert haben. Mit der Absenkung des Wahlalters sei es nicht getan. Die Jugendlichen müssen informiert werden.

Als primäres Ziel setze sich die Landeszentrale für politische Bildung die Sicherung der Wahlbeteiligung. Man müsse nicht nur auf die Jugendlichen zugehen, sondern auch in ihrem Umfeld ein Bewusstsein dafür schaffen. Lehrer, Eltern und Bezugspersonen sollten für dieses Thema ebenfalls sensibilisiert werden.

Die Lpb wünscht sich jedoch auch nach der Wahl das Interesse der Jugendlichen sich zu beteiligen zu bewahren und somit die Nachhaltigkeit zu sichern.

 

„Die Jugendbeteiligung war für den Landesjugendring  schon immer sehr wichtig“ , betont Kerstin Sommer. Seit 2006 setzt der Landesjugendring sich deshalb für die Wahlen ab 16 ein.  Ebenfalls aus diesem Grund wurde das Logo und gleichzeitig der Werbespruch dieser Wahl ab 16 auf Facebook von Jugendlichen eingereicht und dort mithilfe von der Jury und Jugendlichen bestimmt.

Dies ist das Motto und das Logo:

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Bildquelle: http://www.waehlenab16-bw.de/logos_kampagne.html

 

Um den Jugendlichen die Wahl näher zu bringen wird mit den verschiedenen Kampagnen überall für die Wahl und somit für die Demokratie geworben. Ob nun auf dem Schulhof, dem Schulbus, der U-Bahn oder z.B. am 12. März auf dem Schlossplatz werden die Jugendlichen auf die Kommunalwahl aufmerksam gemacht. Mit „Spiel – Wahlen“ und einfachen Erklärungen zum Stimmzettel oder zu der Funktion des Gemeinderates wird den Jugendlichen die Wahl näher gebracht.

An erster Stelle stehe für den Landesjugendring die Verankerung der politischen Bildung bei den Jugendlichen, jedoch wünschen sie sich auch Landtagswahlen für Jugendliche ab 16 Jahren, wie es bereits in Brandenburg und Bremen der Fall ist.

PK
Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, welche die Wahlkampagnen mit 350 000 € unterstützt, betont das langjährige Interesse der Stiftung Erstwähler zu begeistern und sieht vor allem jetzt, da das politische Interesse Jugendlicher laut Studien wieder ein wenig steigt, eine große Chance die Jugendlichen zu motivieren sich politisch zu engagieren.

 

Sophia Drayer ist 17 und lebt im Glottertal bei Freiburg.

Sie hat vor zwei Wochen an der Bürgermeisterwahl teilgenommen. Sie denkt, dass das Wahlrecht mit 16 die Jugendlichen motiviert sich mehr mit Politik auseinander zu setzen, da sie die Möglichkeit haben sich einzubringen und es sich lohnt, sich zu informieren. Vor allem in der Kommunalpolitik empfinde sie es als greifbarer, man könne sehen, was sich verändert.  Sie erhofft sich, dass viele Dinge, die die Erwachsenen eher seltener ansprechen nun auch Zuwendung finden, da es eine neue Zielgruppe gibt, die die Politiker beachten müssen.

Obwohl sie natürlich weiß, dass nicht alle Jugendlichen sich für Politik interessieren, glaubt sie daran, dass es genügend Jugendliche gibt, die eine politische Meinung und vor allem auch politisches Wissen haben und glücklich darüber sind, ihre Stimme abgeben zu können.

 

Benny ist ebenfalls 17 und lebt in Zell am Harmersbach

Er ist im Jugendgemeinerat und im Dachverband der Jugendgemeinderäte aktiv. Er ist überzeugt davon, dass die Jugendlichen nicht so Politikverdrossen sind, wie sie oft dargestellt werden. Vor allem in der aktiven Mitbestimmung sieht er eine große Chance das Interesse der jungen Leute zu wecken. Er appelliert an die Politiker, sich Gedanken um die neue Zielgruppe zu machen. Sie könnten sich überlegen was die Anliegen und Interessen der jungen Leute seien und sie auch im Wahlkampf für sich selbst nutzen.

Seine Altersgruppe bittet er darum einen Schritt weiter zu denken. Ein Politiker der sich besonders für Straßensanierung einsetzt, verschönere nicht nur die Stadt, was die Jugendlichen als nicht so wichtig empfinden würden, sondern sorge eventuell auch für schnellere Internetverbindungen, was sich die „Bildschirmgeneration“ ja wohl immer wünsche.

Politik in der Schule findet Benny eher als suboptimal. Eine Unterrichtsstunde in der Woche und irgendwann mal eine Klassenarbeit wecke wohl das Interesse der wenigsten Jugendlichen.

Er schlägt Mottowochen vor, welche nicht benotet werden. Er glaubt, dass man diese viel interessanter gestalten könne als den Unterricht, z.B. mit bekannten Politikern. Und er glaubt, dass man ohne den Druck der Noten, ganz anderes an die Sache rangehen könnte und es nicht als langweiliges Schulfach abtun würde.