Plötzlich sind die Temperaturen ganz oben und an verregnete Sommerfeste ist nicht mehr zu denken. Viele davon werden in den nächsten Wochen in Stuttgart zu erleben sein. Am letzten Wochenende fand auf dem Markt- und Schillerplatz der Vegan Street Day statt. Es ist das größte vegane Straßenfest in Deutschland und in Stuttgart vergrößert es sich mit jedem Jahr. Diesmal sogar ausgeweitet bis auf den Schillerplatz. Bühnenprogramm mit Musik, Kochshows und Interviews gab es wie vielfältige kulinarische Köstlichkeiten, Kleidung, Bücher, Darbietungen und Kunst.

10450591_760782687305850_984355270098731326_nAuf den über hundert Ständen mag der Fokus das Essen gewesen sein, was die Leute auch zum Ausprobieren und Verweilen beim Vegan Street Day hält. Viele trafen sich in der überschaubaren Szene, die gleichzeitig auch zum Gelingen des Fest beigetragen haben. Doch vegan zu leben fängt für viele erstmal hauptsächlich beim Essen an, daher ist dieses typische Merkmal eines jeden Straßenfests hier gar nicht verkehrt. Vegan zu leben heißt keine tierischen Produkte zu sich nehmen – weder zu essen, noch als Kleidung zu tragen oder Kosmetik zu benutzen, bei der Tierversuche gemacht wurden. Daher hat die vegane Lebensweise auch viel mit Kritik und politischen Prozessen zu tun: Demonstrationen für Tierrechte oder gegen Fleischkonsum und Pelz gibt es auch in Stuttgart hin und wieder. Zum Diskutieren laden auch Referenten mit den Themen ein, was bei der Hitze aber heute schwieriger ist, da sich die meisten einen Schattenplatz suchen. Beim Vorbeischlendern an den vielen Ständen bekommt man aber auch viel mit.

Denn nicht alle Veganer_innen sind gleich. Die einen bieten Mode, die anderen Kosmetik, wieder andere sind in Punk/Hardcore-Szenen verwurzelt und informieren mit Bücherständen oder rufen zu Aktionen auf, engagieren sich gesellschaftlich und politisch. Es ist für jeden etwas dabei – von Information bis zur Unterhaltung.

10339567_760891293961656_4597794829620282978_nZur Unterhaltung dient die Bühne auf dem Marktplatz. Das Programm moderierte unter anderem der Strongman Patrik Baboumian, der schon einige Jahre vegan lebt und als einer der stärksten Menschen Deutschlands gilt. Er engagiert sich zudem für die Tierrrechtsorganisation Peta. Auf dem Vegan Street Day war er einer der “Promis” und Gesichter der veganen Szene, der nebenher einen Stand betreute und Musiker wie Gab de la Vega ansagte, der früher in Hardcore-Bands spielte. Hier gibt es eine große Verbindung: Leute, die sich in der Hardcore oder Punk-Szene bewegen, sind oftmals vegan und setzen sich künstlerisch mit diesem Thema auseinander. Der italienische Musiker Gab de la Vega ist einer von ihnen, der heute mit einem Akustikset auftritt.

10426599_760891270628325_5940759518825516605_nAuf dem Weg vom Markt- zum Schillerplatz konnte auch eine Kunstausstellung angesehen werden. Von Tierportraits bis hin zu gesellschaftskritischen Werken gab es eine große Spanne zu entdecken, die zur Diskussion und zum Nachdenken anregte.

 

 

10410598_760891197294999_6869435436799139398_nAuch das Restaurant Dilgelay war mit einem Stand vertreten, an dem natürlich der beliebte und von uns bereits getestete vegane Döner angeboten wurde. Viele der Organsiationen, Geschäfte oder Stände sind in Stuttgart vertreten, wie den veganen Läden Kichererbse oder Vegan Pur. Auch das Restaurant Coox&Candy war mit einem Wagen vor Ort und die großen Organisationen wie z.B. Sea Shepherd, die sich weltweit engagieren, haben oftmals regionale Ortsgruppen. Wer sich mehr dafür interessiert kann ja mal die Austauschgruppe Stuttgart Vegan auf Facebook nutzen und sich informieren und kommunizieren.

Weblinks: https://www.facebook.com/groups/Stuttgart.Vegan/

Fotos: SJR-Archiv