Ein Kooperationsprojekt zwischen der Stolpersteininitiative Stuttgart und dem Stadtjugendring Stuttgart möchte Zeitzeugenerinnerungen dokumentieren. Jugendliche werden dafür Gespräche mit Stuttgarter Zeitzeugen der NS Zeit führen. Ein professionelles Kamerateam wird die Begegnungen filmisch begleiten.

Zur Vorbereitung auf die Gespräche werden die teilnehmenden Jugendlichen in unterschiedlichen Bereichen geschult. Start des Projektes bildete ein Workshopwochenende im Haus auf der Alb. Dort kommen die Jugendlichen mit Vertrauenspersonen zusammen, um den Ablauf und den Inhalt der Interviews festzulegen. Als Hilfe stehen ihnen eine Historikerin, ein Diplom-Psychologe sowie ein Filmemacher zur Verfügung.

Die Jugendlichen werden in Kleingruppen eingeteilt, die sich jeweils mit ein bis zwei Zeitzeugenbiographien beschäftigen.

Der Vorgang dabei ist, zuerst die Biographie kurz zusammen zu fassen und mit historischen Ereignissen dieser Zeit abzugleichen. Schlussendlich ist die Aufgabe der Teilnehmer sich offene Fragen zum Leben der Zeitzeugen zu überlegen und diese in Abschnitten zusammenzufassen. Während der ganzen Bearbeitung gibt es immer wieder Plenen, in denen die Möglichkeit besteht, den anderen Gruppen Fragen zu stellen und sich auszutauschen.

Nach einer Schulung zum Thema Interview, in dem das Verhalten vor der Kamera trainiert wird, sollen dann die Aufnahmen mit den Zeitzeugen beginnen.

Das eigentliche Rahmenkonzept des Projekts beinhaltet, dass es für die Zeitzeugen einfacher ist, mit  Jugendlichen zu sprechen. Durch den Altersunterschied entstehe eine Art familiäre Situation, durch die es einfacher wird mehr persönliche Erfahrungen mitzuteilen. Dadurch soll das Leben in der NS-Zeit für die Jugendlichen verständlicher und einsichtiger gemacht werden.